
Dr. Manfred Sommerer
Fachtierarzt für Informationstechnogie
in der Tiermedizin
Veränderung, die Du Dir wünscht
für diese Welt Mahtma Gandi



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4Hüft-TEP-OP (auch beidseitig in einem Rutsch geht)
Vorgeschichte

Ich kam als Frühchen mit beidseitiger Hüftgelenksdysplasie zur Welt. Nach einem Jahr Spreizhose lernte ich mit meinem ein Jahr jüngeren Bruder laufen, allerdings nie so ganz richtig, wie auch? Ein durch Druck nachträglich gebildetes Gelenk kann nie so gut werden, wie das Original, es war aber allemal besser, als ein Leben ohne diesen Therapieansatz!
Über die Jahre wurde die Geschichte - auch meinem zunehmendem Gewicht und mangelnder Bewegung geschuldet - immer schlechter. Da man als 50-jähriger zu den 'Jungen' in diesem Umfeld gehört - es wird empfohlen sich so spät wie möglich unter´s Messer zu legen - musste ich Vorbereitungen für eine OP, die irgendwann einmal unausweichlich werden würde, treffen, um meine Risikofaktoren zu verringern.
OP-Vorbereitung
Die Entscheidung für eine Hüft-TEP OP fällt jedem schwer und sollte natürlich auch erst so spät wie möglich, aber eben auch so früh wie nötig erfolgen. Was man immer bedenken sollte: Ist man zu spät dran und ist es bereits zu Auflösungserscheinungen des Knochens gekommen, erschwert das die OP und dann kann das Ganze problematisch werden. Es kann sogar so weit gehen, dass eine derartige OP dann gar nicht mehr möglich ist!
OP-Methode und Anästhesie (Betäubung)
Aufgrund der bestehenden Situation - das Bein mit der Hüfte, bei der der Knorpel praktisch weg war, war weniger schmerzhaft als die röntgenologisch bessere und aufgrund meiner guten Fitness - ließ er sich schnell davon überzeugen eine OP für beide Gelenke in einem Rutsch - was zu der Zeit wirklich nicht die Regel war (heute ist das anders!) - anzusetzen. Es wurden mir verschiedene Endoprothesen mit ihren Vor- und Nachteilen vorgestellt. Letztlich fiel die Entscheidung zugunsten eines Titanschaftes mit Titankugel in einer Titanpfanne mit hochvernetzter, abtriebsarmer Poyethylenauskleidung in die Vitamin E als antioxidativem Zusatz eingearbeitet ist, das Entzündungsreaktionen, die durch Abrieb entstehen können, entgegenwirkt. In einem Rutsch sollten beide Hüften minimalinvasiv von vorderhalb der Hüfte ausgehend ersetzt werden. Bei dieser schonenden Operationsmethode, die bei den meisten Patienten eingesetzt werden kann, ist nicht nur die Narbe kleiner als bei der klassischen Methode von der Seite, durch die Verwendung von speziellen Instrumenten müssen auch keine Muskeln abgelöst werden, um das Hüftgelenk zu erreichen, was die nachfolgende Rehabilitation beschleunigt. Man bezeichnet diesen Ansatz als 'Amis-Methode'.
Zeitgleich sollte die aufgrund meiner Hüftrotation vorliegende relativen Beinverkürzung ausgeglichen werden. Allein die Möglichkeit einer Lumbalanästhesie, einer lokalen Betäubung des Rückenmarks, war durch den OP-Ansatz 'beide Hüften in einem Rutsch' nicht möglich (Vor- und Nachteile). Es blieb nur die Vollnarkose. Hierfür gilt, je weniger Körperfett, umso besser, da das Abfluten des Medikaments aus dem Fett ins Blut und der Abbau nach Abschluss der OP dadurch schneller erfolgt.
Als die Entscheidung zur OP getroffen war, gab es ein langes aufklärendes Gespräch über die Risiken, die ein derartiger Eingriff mit sich bringt... Ganz ehrlich... ich bin Tierarzt, ich kenne derartige OP-Risiken..., trotzdem musste ich mich nach dem Gespräch erst einmal kräftig schütteln, um die Ängste, die sich da langsam breit machten, wieder loszuwerden. Nur so viel... keine Operation ist ohne Risiken... und wie bei jeder OP gilt: Je weniger Risikofaktoren wie beispielsweise Rauchen, Übergewicht, Herzerkrankungen, Bewegungsmangel usw. man hat umso besser, und noch eine Anmerkung: Diese Art von OP ist heute ein Standardeingriff!
OP-Verlauf
Mittags am Tag vor meiner OP kam ich in die Klinik. Um 08:00 Uhr früh wurde ich für die OP vorbereitet und war um 10:00 Uhr wieder aus dem OP - Chefarzt Dr. Burkhard Schmidt war mir schon als sehr routiniert und schnell angekündigt worden. Gegen 12:00 Uhr war ich wach, wurde von der diensthabenden Ärztin auf den Grad meiner Schmerzen (zwischen 1 und 10) angesprochen und mußte da noch mit 7-8 antworten. Sofort bekam ich über den Infusionszugang etwas verabreicht, war augenblicklich schmerzfrei und blieb das auch. Es wurde mir auch vermittel, dass das das erklärte Ziel der Schmerztherapie sei, um eine Vollbelastung des Gelenks beim Gehen zu erreichen und Schonungen zu vermeiden. Die erste Nacht verbrachte ich im Intensivzimmer und kam am nächsten Morgen aus dem Intensivbereich in mein Zimmer. Dort musste ich auch 1x aufstehen um voll zu belasten. Das klappte klaglos.
Nach der OP
Da Novalgin und Novamin wohl die Standardschmerzmedikation ist, ich diese aber nicht vertrage, musste ich an jeder Stelle, an der mir Medikamente zugewiesen wurden, immer wieder darauf hinweisen. Letztlich wurde ich aber auf das als Schmerzmittel zugelassene Opiat Valoron N 100 (Tilidin/Naloxon blockt die Rauschkomponente) gesetzt, was ich glücklicherweise ohne jede Nebenwirkung vertrug. Einschub: Auch dem Medikament nachgesagte euphorisierende Effekt war bei mir nur ganz leicht ausgeprägt. Er fiel mir auch erst auf, als ich das Medikament absetzte. Da war meine sonst übliche Positivität einen Tag lang etwas getrübt.
Am nächsten Tag lief ich das erste Mal unter Kontrolle meiner Physiotherapeutin Frau Wüstenhagen, die sich mit großem Einfühlungsvermögen, Engagement und Kompetenz 'Ihren Schützlingen' widmet, mit Krücken - für mich aber völlig neu, ohne gebeugten Rücken d.h. gerade, nicht hinkend und schmerzfrei - über den Flur; ein unbeschreibliches Gefühl!
Denken Sie daran, sich vor der OP die Fingernägel zu kürzen und rund zu feilen. Warum?
Durch den Hautschnitt werden Hautnerven durchtrennt. Dadurch fühlt man
im betreffenden Hautareal weniger oder gar nichts. In meinem Fall war
der Bereich an den Außenseiten der Oberschenkel bis zum Knie betroffen.
Nachts habe ich mich an einer dieser Stellen gekratzt und nicht bemerkt,
dass ich die Haut dabei verletzt habe und blutete. War früh schon etwas
erschreckend, wenn auch ungefährlich!
Verpflegung und Hygiene
Sowohl die Verpflegung als auch die Hygiene waren vorbildlich! Bis dato habe ich noch keine derartig sorgfältige Reinigung und Desinfektion erlebt! Man merkt, dass es sich um klinikeigenes Reinigungspersonal handelt, das einfach anders auf die individuelle Situation vor Ort 'eingenordet' werden kann als Fremdpersonal. Dabei konnte man zwei Reinigungsfraktionen unterscheiden; einmal das Personal für die Bodenreinigung, zum Anderen die Zuständigen für die Kontaktflächen.
Der Stuhlgang ist nach einer OP oft eingeschränkt. Da ich Stuhlgang
in den ersten Tagen nach der OP eh vermeiden wollte, hatte ich meine
Ernährung in der Woche vorher auf fleischlos eingestellt. Als ich nach
drei Tagen selbstständig zur Toilette durfte, war für mich ein starker
Kaffee, den mir meine Frau brachte, dann auch der ideale Auslöser.
Wer sich schwertut, einfach mal den Bauch eine halbe Stunde durchkneten oder durchkneten lassen!
Aufgrund der doppelten TEP-Belastung sollte ich 14 Tage in der Klinik bleiben. Da ich aber sehr gute Fortschritte machte, konnte ich die Klinik bereits nach 10 Tagen verlassen. Nach weiteren 10 Tagen zu Hause in denen ich mich um ein Fortlaufen der physiotherpeutischen Betreuung bemühte, was auch klappte, ging´s dann ab in die Reha nach Bad-Belzig.
Diese
Pause nach der OP würde ich jedem empfehlen! Warum? Zum einen hat man
sich von der OP besser erholt, zum anderen sind die Fäden raus und man
kann vom ersten Tag an ins Wasser.
Wen es interessiert wie es mir in der Reha ergangen ist... einfach weiter blättern...